Jubiläumsjahr in Schwäbisch Hall: Kulturfest im Mai geplant

Grund zum Feiern haben nicht nur die Darsteller im Musical „Hairspray“ auf der Großen Treppe.
Freilichtspiele Hall/Ufuk Arslan- Schwäbisch Hall feiert 2025 mit vielen Veranstaltungen das 100-jährige Jubiläum der Freilichtspiele und Gerhards Marionetten.
- Zudem werden das Goethe-Institut (60 Jahre) und die Ratsbibliothek (650 Jahre) geehrt.
- Das Kulturfest findet vom 23. bis 25. Mai statt, begleitet von Ausstellungen und Führungen.
- Höhepunkte sind "Jedermann" und "West-Side-Story" auf der Bühne.
- Die Städtepartnerschaft mit Lappeenranta und Radio Sthörfunk feiern ebenfalls Jubiläen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Was wurde in Hall nicht schon in der ganzen Stadt gefeiert. Ein großer Festumzug führte als Höhepunkt durch die Gassen und Straßen. Das Doppeljubiläum 850 Jahre St.-Michael-Kirche und 850 Jahre Marktrecht belebte 2006 die ganze Altstadt. Festumzüge erlebten die Bürgerinnen und Bürger auch bei der Einweihung des Kocherquartiers 2011 und beim Landestreffen der Bürgerwehren und Stadtgarden 2019.
2025 soll es in Schwäbisch Hall wieder rund gehen. Zwar ohne Festumzug, dafür aber mit vielen dezentralen Veranstaltungen sowie einem Festwochenende vom 23. bis 25. Mai werden gleich mehrere Jubiläen gefeiert. Das ganze Programm stellen die Verantwortlichen auf einer Pressekonferenz vor.
Jedermann spielt mit
„Die Freilichtspiele werden 100 Jahre alt. Sie sind die zweitältesten in Deutschland“, berichtet Oberbürgermeister Daniel Bullinger. Nur die Luisenfestspiele in einer Burg im bayerischen Wunsiedel seien älter. Die Freilichtspiele seien der „Leuchtturm“ der Haller Kultur mit Strahlkraft weit über die Region hinaus.
Bei der Suche nach weiteren Jubilaren ist die Stadtverwaltung schnell fündig geworden. „Es kommen eigentlich immer weitere Jubilare hinzu“, sagt Freilichtspiele-Intendant Christian Doll. Und das sei auch sehr gut. Denn: „Es geht nicht nur um uns, sondern die ganze Stadt feiert.“
Christian Doll beansprucht für die Freilichtspiele, dass sie sich bereits der Stadt und ihrer Bevölkerung geöffnet hätten. Doch diese Tür soll im Jubiläumsjahr noch weiter aufgestoßen werden. Der „Jedermann“ werde gespielt. Und zwar als ein Spektakel, wie es ursprünglich auch konzipiert war. Über die Profischauspieler hinaus werden der Festspiele-Bürgerchor sowie die Sieder mit dabei sein.
Auch das Musical „West-Side-Story“ werde mit 30 Mitwirkenden auf der Bühne sowie 20 Musikern im Orchester als eine Besonderheit im Jubiläumsjahr zu sehen sein. Die Freilichtspiele feiern zusammen mit ihrem kleinen Bruder. Das internationale Jugendtheaterfestival wird 20 Jahre alt. Dieses Jahr hat sich sogar eine Gruppe aus Peking angemeldet.
Wie die Freilichtspiele auch wird Gerhards Marionettentheater ebenfalls 100 Jahre alt. Einst konnten bei einer Gastspielreise durch ganz Baden-Württemberg 258.000 Zuschauer durch das Spiel der Puppen an Fäden fasziniert werden, berichtet Noikolai Gerhards. Das Jubiläumsjahr startet mit der „Kleinen Hexe“ am 5. März. Weiter geht es mit dem „Kleinen Gespenst“, dem „Räuber Hotzenplotz“ und im Winter dann „Schneewittchen“. Eine Besonderheit sei im Jubiläumsjahr das Stück „Dr. Johann Faust“, das sich mit den Grundlagen des berühmten Buches beschäftige und zum Teil mit Originalfiguren der Erstaufführung aus der Zeit um 1930 gespielt werde.
Ausstellungen und Führungen
Eine Ausstellung zusammen mit den Freilichtspielen im HFM, Marionetten im Freilandmuseum und Puppen in Schaufenstern von Haller Händlern trage die Welt des Theaters nach außen. Zum Kulturfest im Mai werde das Theater geöffnet. Besucher könnten in der Werkstatt und hinter den Kulissen 300 Marionetten bewundern.
Vor 75 Jahren wurden die Sieder nach dem Zweiten Weltkrieg wieder gegründet. Das soll auch im Jubiläumsjahr gefeiert werden. Über die üblichen Auftritte und das Kuchen- und Brunnenfest hinaus bieten die Sieder ein Konzert auf dem Unterwöhrd an. Zudem wird Ende Juni mit befreundeten Gruppen ein historisches Lagerleben auf dem Grasbödele zelebriert. Erster Hofbursche Stefan Ebert: „Wir freuen uns, dass man auch mal wieder zusammen feiert. Das ist auch nicht immer üblich.“
Geschichten sammeln
60 Jahre Goethe-Institut heißt es auch. Leiterin Svenja Hecklau-Brümmer sieht schon ein Ziel erreicht, bevor das Jubiläumsjahr überhaupt losgegangen ist: „Ich freue mich sehr, dass das Goethe-Institut in die Tourismusaktivitäten der Stadt eingebettet ist.“ Denn einige Schüler würden den Urlaub in Hall als Sprachreise konzipieren. Auch das Kulturinstitut wartet im Jubeljahr mit besonderen Ausstellungen und Mitmachaktionen auf, bei der Erinnerungen ans Haller Goethe-Institut gesammelt werden.
Mit dabei ist auch Radio Sthörfunk. Geplant sei zum 30. Geburtstag ein gläsernes Studio mitten in der Innenstadt, aus dem von April bis Ende Juni gesendet werden könne. Miro Ruff ist zuversichtlich, dass die letzten Vorbereitungsschritte dazu gelingen.
Seit 40 Jahren besteht die Städtepartnerschaft mit Lappeenranta. Das wird mit Lesungen finnischer Autoren und dem Konzert der Band „Kipinä“ beim Kulturfest im Mai gefeiert. Seit langem sei auch wieder eine finnische Schulklasse in Hall, freut sich die Städtepartnerschafbeauftragte Cornelia Bächle.
Das älteste Jubiläum feiert die Ratsbibliothek. Sie ist 650 Jahre alt und umfasst 5000 Titel in 3200 Bänden. Seit 2024 leitet Elisabeth Fischer das Haller Stadtarchiv. Sie will die Ratsbibliothek der Bevölkerung bei Führungen zugänglich machen. Eindrücklich sei dabei aufzuzeigen, wie weltläufig die kulturelle und politische Elite der Freien Reichsstadt gedacht hat, aber eben auch, wo die Grenzen des Wissens verliefen.
Sabine Nestler von der Abteilung Touristik verweist auf eine Homepage, die alle Aktivitäten im Jubiläumsjahr darstellt: www.schwaebischhall2025.de
Kulturbeauftragte Ute Berger zeigt sich überwältigt von dem Spirit, der bei den Vorbereitungen zu Tage tritt. Obwohl sie schon lange bei der Stadt arbeite, sei sie von dem Gemeinschaftssinn „überwältigt“. Den hofft Oberbürgermeister Daniel Bullinger nicht nur über das Jubiläumsjahr hinaus im Kulturbereich zu erhalten, sondern auch auf andere Sektoren wie den Sport mit seinen vielen einzelnen Vereinen zu übertragen.
Was erwartet nun die Bürger im Jubiläumsjahr? Alle Institutionen legen sich mit ihren gewohnten Angeboten mehr ins Zeug. Gemeinsame Ausstellungen werden zu sehen sein. Führungen machen die Arbeit der Theater transparent und beim Kulturfest vom 23. bis 25. Mai soll das bunte Programm in der Altstadt die gesamte Bandbreite der Kultur in Hall zum Ausdruck bringen.
